Back In The Days
Die Programmreihe back in the days entführt in vergangene Zeiten. In einer Zeit der Beschleunigung, in welcher der Fokus ständig dem Morgen und kaum je dem Heute gilt, wirken die filmischen Rückblicke in das Gestern und Vorgestern geradezu erfrischend. Die Vergegenwärtigung des unglaublichen Fortschritts, der das Filmschaffen auf der technischen Ebene erlebt hat und immer noch erlebt, steht dabei oftmals in einem äusserst spannenden Verhältnis zum transportieren Inhalt. Denn der Blick zurück wirft fast immer auch ein Licht auf uns selbst.
Lichtspiel
Körperreisen
Für diese einzigartige Nocturne hat das Lichtspiel-Team aus den rund 10′000 Dosen seines Archivs verblüffende und skurrile Kurzfilme aus den letzten 80 Jahren ausgewählt, in denen Körper im Mittelpunkt stehen.
Wir schwenken aber nicht (nur) über nackte Haut, sondern begeben uns ins geheimnisvolle Körperinnere, betrachten schön angezogene Körper oder Athleten beim harten Training. Dabei entdecken wir verschlungene Gehirnwindungen, stählerne Körper und bunte Kleider aus den 60er-Jahren. Der menschliche Körper als Projektionsfläche oder Wunder der Natur – im Unterrichtsfilm, in der Werbung, im Trickfilm oder im historischen Musikclip.
Donnerstag, 8. Oktober, 23:00 – 00:30, CinemaStar » Ticket
Freitag, 9. Oktober, 23:00 – 00:30, CinemaStar » Ticket
Die Filme: Surprise
Das Lichtspiel ist in einem alten Fabrikgebäude im Westen von Bern beheimatet. Herzstück ist das Kino, das zwischen Projektorengalerie, Ersatzteillager und Werkstatt eingerichtet wurde. Die Gäste begeben sich auch auf der Leinwand auf Entdeckungsreise, während im offenen Saal im Hintergrund der Projektor rattert. Regelmässig werden Überraschungsprogramme aus dem eigenen Filmarchiv und Retrospektiven mit Filmen aus anderen Archiven gezeigt. Am Internationalen Kurzfiulmfestival shnit beteiligt sich das Lichtspiel seit zwei Jahren mit jeweils einem Spezialprogramm.
Lichtspiel, Bahnstrasse 21, 3008 Bern, www.lichtspiel.ch
Erich Langjahr
Langjahr Retrospektive
Der in der Innerschweiz geborene Erich Langjahr (*1944) ist seit 1971 als selbstständiger Filmemacher tätig. Die Betonung liegt dabei auf selbstständig, nicht freischaffend – ein kleiner, aber feiner Unterschied, den seine Filme eindrücklich dokumentieren. Auf der Reise in den Beginn seines Filmschaffens begegnet man diesem wegweisenden Begriff immer wieder. Heute pflegt Erich Langjahr zusammen mit Silvia Haselbeck die Langjahr Film GmbH. Seit 1994 werden Kinodokumentarfilme produziert und im Verleih die eigenen Produktionen sowie Filme von Walter Marti und Reni Mertens, Isa Hesse und anderen angeboten. Auch diese Aktivität ist paradigmatisch für Langjahrs Kinoverständnis. Wie kein anderer setzt er sich dafür ein, dass die entstandenen Filme in allen Ecken der Schweiz und der Welt dem Publikum zugänglich gemacht werden. Denn was ist schon ein Film ohne die glitzernden Augen der Zuschauer im Dunkel des Lichtspieltheaters?
Ab 1973 dreht Erich Langjahr seine ersten Filme. Nach zwei Kurzspielfilmen widmet er sich fortan dem Dokumentarfilm. Rund zwanzig Filme sind seither realisiert worden, darunter sieben abendfüllende Dokumentarfilme. Seit 1990 arbeitet Langjahr eng zusammen mit seiner Lebenspartnerin Silvia Haselbeck. Sein jüngstes Werk ist der Kinodokumentarfilm Die Geburt, diesen Herbst im Kino zu sehen. Mit feinem Gespür für die Ambivalenz zwischen Tradition und Veränderung bereichert Langjahr mit seinem Schaffen den Schweizer Dokumentarfilm kontinuierlich und konsequent. Langjahrs Filme werden im In- und Ausland regelmässig gewürdigt.
Das Internationale Kurzfilmfestival shnit begibt sich auf eine Zeitreise durch Erich Langjahrs Kurzfilmschaffen. Die gezeigten Werke tragen Langjahrs unverkennbare Filmschrift: Engagierte Filme mit Verantwortung, offensichtlichem Humor und der Achtung vor den gefilmten Individuen und Ereignissen. Stets spürbar ist Langjahrs Ausdauer, mit welcher er seine Filme von der ersten Blendenöffnung bis zum Zuschauer ins Kino begleitet. Denn wie er von sich selbst sagt, ist er ein Dinosaurier in der Schweizer Kinolandschaft – nicht nur, was die Themenwahl betrifft: Als einer der Letzten in der Branche ist er gleichzeitig Autor, Regisseur, Produzent und Verleiher seiner Filme. Geniessen wir also Erich Langjahrs Zeitdokumente und entdecken die filmischen Ursprünge eines Urgesteins der Schweizer Kinolandschaft.
Samstag, 10. Oktober, 23:00 – 00:30, CinemaStar » Ticket
Justice | Erich Langjahr | 14min (SUI 1973)
Canaria-Report | Erich Langjahr | 15min (SUI 1974)
USA TIME | Erich Langjahr | 8min (SUI 1975)
Achtung Kinder Prümm | Erich Langjahr | 3min (SUI 1980)
Made in Switzerland | Erich Langjahr | 12min (SUI 1981)
O.K. | Erich Langjahr | 3min (SUI 1982)
Do it yourself | Erich Langjahr & Walter Marti | 9min (SUI 1982)



